Deutschordens-Kommende

Kommendehof heute

Die Geschichte des Ortes und seines weiteren Umlandes wird bestimmt durch das Wirken des Deutschen Ordens, der sich dank einer ersten Schenkung durch Graf Wernhard II. von Leonberg 1278 im darauf folgenden Jahr 1279 in Gangkofen niederlassen und eine Kommende gründen konnte. Dem Deutschen Orden, der durch die Schenkung Kirchenherr Gangkofens geworden war, gelang es, bis zum letzten Drittel des 14. Jh. zum wichtigsten geistlichen Grundherrn im Markt zu werden. Der Überlieferung nach kam es zur Ansiedlung dieses Ritterordens in Gangkofen auf Grund der Teilnahme Wernhards II. an einem Kreuzzug und der dabei offensichtlich mit dem an sich in Preußen und Litauen ansässigen Deutschen Orden an dessen Gründungsstätte in Akkon in Palästina geknüpften Verbindung. Bis weit in das Rottal und an den Gäuboden hin reichten die Güter, welche dem Ordenshaus vor allem im 13. und 14. Jahrhundert gestiftet wurden.

Grossansicht in neuem Fenster: Kommende im Jahr 1723

Die Kommende Gangkofen liegt räumlich sehr dicht am Marktkern. Sie wurde 1599 durch einen verheerenden Brand zusammen mit dem halben Marktflecken vernichtet, während eines weiteren Schadensereignisses im Jahr 1666, dem der ganze Markt vollkommen zum Opfer fiel, nur angegriffen. So zeigt sich dem Betrachter heute eine weite bauliche Anlage des angehenden 17. Jahrhunderts, vereint mit der Pfarrkirche “St. Mariä Himmelfahrt”, erbaut nach den Plänen des Deutschordensbaumeisters Franz Keller der vorstehenden Landkomturei Ellingen in Franken. Gerade dieser gestalterische Einfluss und die durchaus eigene architektonische Note des Ordens ließ einen Kirchenraum entstehen, der von Anlage und Gestaltung her gesehen nicht vergleichbar ist mit den Kirchenbauten der weiteren Umgebung. Seit der Mitte des 15. Jh. waren Rechte und Freiheiten der Marktgemeinde und des Deutschen Ordens deutlich festgelegt. Der Konvent bestand aus höchstens acht Mitgliedern. Trotz umsichtiger Wirtschaftsführung blieb Gangkofen jedoch eines der finanziell schwächsten Häuser der Ordensprovinz Franken. Bis zum Jahr 1805 war Gangkofen Klosterpfarre, danach wurde der Markt durch die Auflösung der Kommende wieder eine eigenständige Pfarrei.


In den späteren Jahren wurden Teile des Kommendehofes als Schule, andere wurden von den Armen Schulschwestern zu Wohnzwecken genutzt. Heue ist in den Räumlichkeiten der Armen Schulschwestern die Ambulante Pflegestation Gangkofen untergebracht.

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